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10.03.2026
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Studie zur digitalen Altersvorsorge: Banken gewinnen Altersvorsorge – hohe Wechselbereitschaft bei Riester‑Kunden

Banken und Sparkassen sind für Verbraucher die wichtigsten Anbieter privater Altersvorsorgelösungen. Zugleich erwägen vier von zehn Riester‑Kunden einen Wechsel in das neue System der staatlich geförderten Altersvorsorge. Das zeigt eine Studie von Valytics und Nordlight Research auf Basis einer repräsentativen Online‑Befragung unter 2.001 Finanzentscheidern im Alter von 18 bis 60 Jahren.

Im Fokus standen Einstellungen zur Altersvorsorge, Anforderungen an Produkte, Akzeptanz digitaler Beratung sowie die Bewertung der geplanten Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge.

Altersvorsorge: hohe Relevanz, große Unsicherheit

Für 80 Prozent der Befragten ist die Altersvorsorge ein sehr wichtigstes Sparziel. Gleichzeitig fühlt sich weniger als die Hälfte der Verbraucher gut informiert; rund 50 Prozent äußern konkrete Sorgen vor Altersarmut. Besonders ausgeprägt sind diese Informationsdefizite bei Frauen und einkommensschwächeren Haushalten.

Bei der Produktwahl stehen Sicherheit und Kosten im Vordergrund: Garantien und niedrige Gebühren werden deutlich höher gewichtet als maximale Renditechancen. Zudem gewinnt Flexibilität bei Ein- und Auszahlungen weiter an Bedeutung.

Patrick Dahmen, Managing Partner Valytics:
„Viele Verbraucher empfinden Altersvorsorge als wichtig, fühlen sich aber schlecht informiert.“

Digitale Beratung: akzeptiert – bei klaren Rahmenbedingungen

Digitale Beratung stößt bei Verbrauchern auf breite Zustimmung. Rund 80 Prozent der Befragten zeigen sich offen für eine digitale Beratung, insbesondere bei der Bestandsaufnahme oder der regelmäßigen Überprüfung der Vermögenssituation. 40 Prozent bevorzugen insgesamt eine digitale Beratung; bei den 18‑ bis 40‑Jährigen liegt dieser Anteil bei rund 45 Prozent.
Die Akzeptanz digitaler Beratung steigt deutlich, wenn jederzeit ein Wechsel zu einem menschlichen Berater möglich ist.

Patrick Dahmen, Managing Partner Valytics:
„Digitale Vorsorgeangebote müssen Benutzerfreundlichkeit und Transparenz mit der Möglichkeit persönlicher Unterstützung verbinden – das erwarten Verbraucher heute.“

Künstliche Intelligenz: pragmatische Offenheit statt Euphorie

Der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Altersvorsorgeberatung stößt bei Verbrauchern auf pragmatische Offenheit. 15 bis 19 Prozent der Befragten bevorzugen den Einsatz von KI, 60 bis 70 Prozent akzeptieren ihn zumindest – abhängig vom jeweiligen Beratungsschritt. Jüngere Altersgruppen unter 40 Jahren zeigen sich über alle Prozessschritte hinweg aufgeschlossener. Die Zustimmung sinkt jedoch über alle Altersgruppen hinweg, je näher der Beratungsprozess an den Vertragsabschluss rückt. Entscheidend für das Vertrauen in KI‑gestützte Beratung sind aus Sicht der Verbraucher hohe Datensicherheit, Transparenz der Empfehlungen sowie die Möglichkeit, Ergebnisse bei Bedarf mit einem menschlichen Berater zu besprechen.

Altersvorsorgereform: geringe Bekanntheit, klare Präferenzen für Garantieprodukte

Die geplante Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge ist bislang kaum im Bewusstsein der Verbraucher verankert. Nur sechs Prozent der Befragten haben sich aktiv informiert. Unter den diskutierten Produktvarianten erzielen klassische Garantieprodukte die höchste Zustimmung; 41 Prozent zeigen hierfür eine hohe Abschlussbereitschaft. Diese Werte sind über Alters- und Einkommensgruppen hinweg weitgehend stabil.

Renditeorientierte Produkte und das kostengünstige Standarddepot sprechen jeweils rund 30 Prozent der Zielgruppe an. Das renditeorientierte Altersvorsorgedepot wird insbesondere von unter 40‑Jährigen und einkommensstärkeren Haushalten positiv bewertet. Zugleich deutet sich erheblicher Transformationsdruck im Bestand an: 40 Prozent der bestehenden Riester‑Kunden ziehen einen Wechsel in das neue Fördersystem ernsthaft in Betracht, weitere 40 Prozent sind noch unentschlossen.

Beim Abschluss staatlich geförderter Altersvorsorgeprodukte wenden sich Verbraucher primär an Banken und Sparkassen (rund 60 Prozent). Auch bei Garantieprodukten dominieren Banken, gefolgt von Versicherern; bei renditeorientierten Produkten spielen neben Banken vor allem Investmentfondsgesellschaften eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse deuten auf zunehmenden Wettbewerbsdruck für Lebensversicherer hin.

Hans‑Joachim Schütt, Managing Partner Valytics:
„Die Altersvorsorgereform bietet hohes Marktpotenzial. Entscheidend wird sein, wie verständlich Produkte kommuniziert und wie niedrig die Hürden im Abschluss gestaltet werden.“

Anbieterpräferenzen: Banken vor Versicherern, Neobroker mit Potenzial

Als Anbieter digitaler Altersvorsorge werden Banken und Sparkassen am häufigsten genannt, gefolgt von Versicherern und Fondsgesellschaften. Neobroker werden von knapp der Hälfte der Befragten akzeptiert, stoßen jedoch insgesamt auf stärkere Vorbehalte als etablierte Institute.
Unter den unter 40‑Jährigen würden rund 70 Prozent einen Neobroker als Anbieter eines digitalen Altersvorsorgeprodukts akzeptieren. Ausschlaggebend sind dabei vor allem Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit der Angebote. Soziale Medien und große Tech‑Plattformen werden hingegen mehrheitlich als Anbieter von Altersvorsorgelösungen abgelehnt.

Zahlen‑Factbox: Top‑10‑Insights „Digitale Altersvorsorge 2026“

  1. 80 Prozent der Finanzentscheider sehen das Sparen für die Altersvorsorge als sehr wichtiges Sparziel an.
  2. 50 Prozent der Befragten haben Angst vor Altersarmut.
  3. 42 Prozent fühlen sich gut über Altersvorsorge informiert – Frauen deutlich seltener als Männer.
  4. Garantien und niedrige Kosten sind die wichtigsten Produktkriterien, noch vor Renditechancen.
  5. 60 Prozent bevorzugen insgesamt eine persönliche Altersvorsorgeberatung, 40 Prozent eine digitale Beratung; bei den 18‑ bis 40‑Jährigen ist mit 45 Prozent die digitale Beratung noch stärker ausgeprägt.
  6. Eine digitale Beratung wird je Beratungsschritt von mindestens 30 Prozent bevorzugt und von rund 80 Prozent akzeptiert.
  7. Der Einsatz von KI wird von 15–19 Prozent aktiv bevorzugt und von 60–70 Prozent akzeptiert, mit sinkender Zustimmung Richtung Vertragsabschluss.
  8. Nur 6 Prozent der Zielgruppe haben sich bislang aktiv über die Altersvorsorgereform informiert.
  9. Produkte der staatlich geförderten Altersvorsorge: 42 Prozent zeigen eine hohe Abschlussbereitschaft für klassische Garantieprodukte; renditeorientierte Produkte sowie Standarddepots erreichen jeweils rund 30 Prozent.
  10. 40 Prozent der Riester‑Kunden erwägen einen Wechsel in die neue Förderung – weitere 40 Prozent sind noch unentschlossen.

Über die Studie

Die Studie „Digitale Altersvorsorge 2026“ basiert auf einer ca. 15‑minütigen Online‑Befragung von 2.001 Finanzentscheidern in Deutschland (Feldzeit: Februar 2026). Sie untersucht Einstellungen, Bedürfnisse und Präferenzen rund um Altersvorsorge, digitale Beratung, KI‑Einsatz und die geplante Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge.

Hier können Sie mehr Informationen zur Studie anfordern

Joachim.Schuett@valytics.de

Trendstudie zur Digitalen Altersvorsorge 2026 Chart-Impressionen

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